40 Kilometer, 1.880 Höhenmeter, eine gemeinsame Denkweise: Führung jenseits des Büros
- Team HiQED

- 3. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Interview mit Amil Brkic, CEO von HiQED
Ein Unternehmen aufzubauen und Bergläufe zu bestreiten, scheint auf den ersten Blick eine völlig andere Welt zu sein. Das eine dreht sich um Strategie, Innovation und Teamführung. Das andere um steile Anstiege, Ausdauer und das Überwinden körperlicher Grenzen. Doch beide erfordern dieselben Eigenschaften: Disziplin, Widerstandsfähigkeit, Vorbereitung und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen durchzuhalten.
Unser CEO hat kürzlich einen anspruchsvollen 40-Kilometer-Berglauf mit 1.880 Höhenmetern absolviert und das Ziel in 6 Stunden und 33 Minuten erreicht. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt, um zu besprechen, was er dabei gelernt hat – nicht nur über Ausdauer, sondern auch über Führung und Wirtschaft.

1. Was hat Sie motiviert, an einem so anspruchsvollen Rennen teilzunehmen?
Ich war schon immer der Überzeugung, dass Wachstum außerhalb der Komfortzone stattfindet. Ob man ein Unternehmen aufbaut oder einen Berg besteigt – die größten Erfolge erzielt man, indem man sich schwierigen Herausforderungen stellt, anstatt sie zu vermeiden.
Bei solchen Rennen geht es mir nicht darum, anderen etwas zu beweisen. Sie sind eine Gelegenheit, mich selbst zu testen, vom Alltag abzuschalten und zu sehen, wie ich reagiere, wenn es unangenehm wird. Jede Ziellinie steht für monatelange Vorbereitung, Beständigkeit und Disziplin.
2. Was machte dieses Rennen besonders herausfordernd?
Vierzig Kilometer mit 1880 Höhenmetern sind ein völlig anderes Erlebnis als ein Lauf auf flachem Gelände.
Die Anstiege fordern deine Kraft unentwegt, während die Abfahrten Konzentration und Kontrolle erfordern. Du musst deine Kräfte gut einteilen, denn wer zu Beginn zu viel riskiert, wird es später bereuen.
Im Gegensatz zu kürzeren Rennen geht es hier weniger um Geschwindigkeit, sondern vielmehr darum, über sechs Stunden hinweg gute Entscheidungen zu treffen.
3. Wie haben Sie sich vorbereitet?
Die Vorbereitung war nicht nur physischer Natur.
Ein konsequentes Training über viele Monate war unerlässlich, aber ebenso wichtig war es, die richtige Einstellung zu entwickeln, um auch an Tagen, an denen die Motivation fehlte, engagiert zu bleiben.
Der Erfolg am Wettkampftag wird lange vor dem Start vorbereitet. Jede Trainingseinheit, jeder Erholungstag, jede noch so kleine Entscheidung trägt zum Endergebnis bei.
Das gleiche Prinzip gilt auch im Geschäftsleben.

4. Was war der schwierigste Moment während des Rennens?
Wie bei jedem langen Bergrennen gab es Momente, in denen die Erschöpfung einsetzte und jeder Anstieg steiler als der vorherige erschien.
Das sind die Momente, in denen Erfahrung zählt.
Anstatt an die gesamte verbleibende Strecke zu denken, konzentrierte ich mich darauf, den nächsten Kontrollpunkt, den nächsten Anstieg, den nächsten Kilometer zu erreichen. Eine große Herausforderung in kleinere, erreichbare Ziele zu unterteilen, macht selbst die härtesten Rennen bewältigbar.
5. Wie hat es sich angefühlt, die Ziellinie zu überqueren?
Das Überqueren der Ziellinie nach 6 Stunden und 33 Minuten war unglaublich befriedigend – nicht wegen der Zeit an sich, sondern weil es die erfolgreiche Umsetzung eines langfristigen Engagements darstellte.
Das Rennen dauert einen Tag.
Die Vorbereitung dauert Monate.
Die Ziellinie ist lediglich die Belohnung für die konsequente Teilnahme.
6. Sehen Sie als CEO von HiQED Parallelen zwischen Ausdauerrennen und Führung?
Absolut.
Die Führung eines Unternehmens ähnelt sehr dem Ausdauersport.
Zu Beginn eines Projekts ist alles aufregend. Die Energie ist groß, die Möglichkeiten scheinen grenzenlos und die Fortschritte sind rasant. Die eigentliche Herausforderung kommt später, wenn unerwartete Probleme auftreten, Prioritäten sich verschieben und schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen.
Der Erfolg hängt nicht davon ab, wie schnell man beginnt, sondern davon, wie konsequent man die Umsetzung durchführt.
Sowohl im Geschäftsleben als auch im Ausdauersport ist Disziplin stets wichtiger als Motivation.
7. Welche Lehren aus dem Rennsport haben Ihre Führungsqualitäten beeinflusst?
Bergläufe bestärken mehrere Prinzipien, die auch meine Führung von HiQED prägen:
Vorbereitung schafft Selbstvertrauen.
Beständigkeit schlägt Intensität.
Schwierige Zeiten sind vorübergehend.
Gute Entscheidungen sind wichtiger als emotionale Reaktionen.
Fortschritt entsteht durch die Lösung eines Problems nach dem anderen.
Ob Sie ein Unternehmen leiten oder den Gipfel erklimmen, Ruhe zu bewahren unter Druck ist oft Ihr größter Vorteil.
8. Wie geht es weiter?
Jede Ziellinie wird zum Ausgangspunkt einer neuen Herausforderung.
Dieses Rennen hat mir etwas bestätigt, woran ich ohnehin schon glaubte: Grenzen sind meist viel weiter entfernt, als wir zunächst denken.
Es wird immer einen neuen Berg zu erklimmen geben – sowohl im Sport als auch in der Geschäftswelt – und genau das macht die Reise so spannend.
40 Kilometer mit 1.880 Höhenmetern in 6 Stunden und 33 Minuten zu bewältigen, ist eine beeindruckende sportliche Leistung. Doch die vielleicht wertvollste Erkenntnis ist nicht das Ergebnis selbst. Es ist die Erinnerung daran, dass Erfolg – ob in den Bergen oder bei HiQED – auf Vorbereitung, Beständigkeit, Durchhaltevermögen und der Bereitschaft beruht, auch bei steilen Wegen weiterzumachen.
